Während wir uns in Rumänien beinahe wie zu Hause gefühlt haben, holt uns Ungarn mal so gar nicht ab. Im Gegenteil: Ungarn verpasst uns den einen oder anderen heftigen Dämpfer.
Hier erst mal noch Bilder aus Cluj, unserer letzten Destination in Rumänien. Sogar die Handy-Antennen auf den top-sanierten Altbauten sind dezent in der Farbe der Kuppel gehalten. Wir kommen tatsächlich aus den ‚Aaahs‘ und ‚Ooohs‘ gar nicht heraus.
Nachdem wir in Bors über die rumänisch/ungarische Grenze fahren, wird es dann für Hans und mich im Camper erst mal unangenehm. Aus welchen Gründen auch immer, weicht Ungarn von den in anderen Ländern geltenden Bestimmungen für schwere Wohnmobile komplett ab. Wir hatten gedacht, wir kaufen uns - wie für Österreich - für 5 Euro hinter der Grenze eine Mautbox und fahren dann gemütlich durchs Land - weit gefehlt.
Erst einmal fahren wir in unserem ersten Zielort mit Thermalbad (Berettyóújfalu) nämlich drei Tankstellen an. Bei zweien kann uns keiner helfen und wir werden auch nicht verstanden, weil sich niemand richtig auskennt. Erst bei der dritten Tankstelle erklärt uns dann ein deutschsprachiger Tankwart die Bedingungen:
Wir dürfen uns mit unserem schweren Wohnmobil in Ungarn nicht einfach so frei bewegen. Wo kämen wir denn da hin … ? Entweder kaufen wir uns eine sogenannten On-Board-Unit (also doch eine Mautbox - eigentlich für Spediteure und LKW) für schlappe 160 € ohne jedwedes Guthaben, oder wir buchen jeweils die sogenannte Streckenmaut, um uns auf den Straßen Ungarns fortbewegen zu können.
Da wir das aber beim Grenzübertritt so gar nicht auf dem Schirm hatten, ist uns wohl die erste „Knolle“ schon gewiß. Die Ungarn denken sich das mit der Streckenmaut nämlich (gar nicht schikanös) wie folgt: Die Strecke muss immer so gebucht werden, dass man in 120 Minuten pro Buchung sein Ziel erreicht haben muss. Das ist natürlich bei normaler Verkehrslage oft gar nicht möglich, weil man das nicht einschätzen kann.
Erst mal fahren wir also ohne gültige Erlaubnis bis kurz hinter die Grenze in das Örtchen Berettyóújfalu. Hier besuchen wir für zwei Tagen einen hübschen Campingplatz mit freiem Eintritt in das Thermalbad. Das ist zur Entspannung eigentlich ganz angenehm, aber die weitere Fahrt mit dieser schrecklichen Streckenmaut lässt mich gedanklich nicht los und so kann gerade ich tatsächlich hier so überhaupt nicht abschalten.
Nach zwei Nächten in Berettyóújfalu fahren wir dann also weiter. Bis Budapest sind es eigentlich nur 2,5 Stunden, also buchen wir uns eine Streckenmaut zu einem Ort, der ca. 1,5 Stunden entfernt liegt. Leider kommt es ja
1. immer anders und
2. als man denkt..
und deshalb muss ich quasi mitten auf der Autobahn dann den ganzen Klumpaquatsch mit der Buchung noch mal neu machen, weil wir mit der gebuchten Strecke nicht ausgekommen. Für meinen Blutdruck ist das mal gar nichts …
Das ist so wirklich ein absoluter Krampf. Hans kommt sich vor wie zu DDR-Zeiten. Reine Schikane. Wir beschließen also absolut einhellig: UNGARN MIT KARLO - NIE WIEDER. Eigentlich schade.
Gestresst angekommen in Budapest auf einem sehr zentral gelegenen Campingplatz mitten in der Stadt, müssen wir zugeben: Die Stadt ist schon sehr schön. Vielleicht werden wir ein wenig erschlagen von den unglaublichen Straßenzügen und pompösen Gebäuden. Wir machen eine 16 km Radtour durch die Stadt und sind wirklich geflasht.
Wir haben uns bei der Radtour ein wenig chic gemacht, weil wir uns einen Tisch in einem sehr guten Restaurant reserviert haben.
Gekocht wird nach Großmutters Rezepten und wir schwelgen. Essen tröstet ja bekanntlich schon ein bisschen.
Der Gruß aus der Küche:

Typisch ungarisch - für die in Hans und Dagmars Menü enthaltende Gulasch-Suppe ein wenig Schärfe.

Meine Hauptspeise - ungarische Fleischbällchen auf Kartoffelpüree mit Silberzwiebeln. Das wird mich wohl noch 48 Stunden satt halten ;)
Dagmar und Hans haben Entenkeule im Menü bestellt - nicht so meins, jedoch mit einer Mousse au Rotkohl angerichtet - die ist echt lecker.
Und der Nachtisch - ein Traum
Eine strahlt ;)
Auf dem Rückweg zum Campingplatz noch ein paar Eindrücke von Budapest.
Die Stadt kann wirklich was. Der Campingplatz jedoch schlägt mit seiner Preisgestaltung sogar Rom und Paris. Deshalb machen wir uns nach vier Tagen Ungarn nun auf dem kürzestem Weg raus aus dem Land und nehmen über unser letztes Neuland dieser Reise, die Slowakei, Heimweg unter die Räder. Bedauerlicher Weise sagen wir: wahrscheinlich auf Nimmerwiedersehen Budapest.
Für die Slowakei benötigen wir auch wieder nur eine ganz normale PKW Vignette wie Dagmar auch (genau wie in Bulgarien und Rumänien). Wir können nicht nachvollziehen, warum die Ungarn den schweren Wohnmobilen so fürchterlich viele Steine in den Weg legen. Aber das ist uns eine Lehre. Das machen wir nicht noch mal mit.
Angekommen in Samorin genießen wir jetzt erst mal drei Tage Ruhe an der Donau und entspannen nach der aufregenden Reise durch Ungarn. Drückt uns die Daumen, dass wir beim Buchen der Streckenmaut alles richtig gemacht haben und nicht in ein paar Wochen mit Bußgeldern überzogen werden.
Sonnenuntergang im Jachthafen …
Der Mond lässt sich schon heute sehen - morgen gibt es die große Mondfinsternis - wir sind gespannt.
By the way: Die ersten Termine für zuhause haben wir jetzt auch schon in die Kalender eingetragen. Es geht jetzt wirklich heimwärts und es sind nun schon nur noch unter 1.000 Kilometer, die uns von Köln trennen. Das macht was mit uns, und so langsam schleicht sich Vorfreude auf daheim ein.
¯\_(ッ)_/¯
Guten Morgen ihr lieben Kölner
AntwortenLöschenUnser Kioskbesitzer und "Menschenversteher" Bülent hat uns auf euren Blog aufmerksam gemacht. Wir haben so oft an euch gedacht und genießen nun die interessanten Reiseberichte, Erlebnisse und die tollen Bilder.
Wir wünschen euch von Herzen ❤ eine gute und entspannte Heimreise und gratulieren euch zu dieser großartigen Entscheidung. Nämlich sich einfach mal, mit Karlo auf den Weg zu machen und zu schauen, was das Leben so bringt. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und ein leckeres Reisdorf bei Bülent am Kiosk.
Liebe Grüße von Anke und Gottfried aus Düx/ dem Westerwald
Liebe Anke, lieber Gottfried, danke für Eure Lieben Grüße, so langsam freuen wir uns auch wieder auf Zuhause! Einen schönen Sonntag und viele liebe Grüße aus dem verregneten Geschwand am Wolfgangsee.
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