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24 Juni 2015

Wale

Unser Tag startet nach holpriger Fahrt über Schotterpisten in Husavik.
Ein beschauliches Dörfchen mit zwei Anbietern für Wal-Beobachtungen.




Auf Anraten der Ticketverkäuferin haben wir uns ganz dick eingepackt. Es hat nur 10 Grad und bewölkt ist es auch. 

Also so sieht das aus: T-Shirt, Icebreaker Wollljacke, Daunenjacke, Fleecejacke und die Regenjacke obendrüber. Gekrönt von der Souvenir-Mütze mit Handschuhen. Mir ist warm ...


Aber der Veranstalter stattet alle Gäste sehr fürsorglich noch mit Overalls aus. Da ich irgendwie nicht genügen Ellenbogen besitze bekomme ich den letzten ... in XL, während alle anderen Damen S oder M tragen ... Aber so passe ich zu den Walen - er trägt etwas auf.  Und mir ist immer noch ziemlich warm :) 


Ich glaube Hans hat jetzt auch wieder einigermaßen Temperatur. Er friert ja eher gern. Aber gerade geht's. 


Also sind wir sehr gut präpariert ... Es kann losgehen. Der Kapitän eher kamerascheu, hoffentlich sind die Wale da aufgeschlossener. 


Aber selbst wenn wir sie nicht sehen sollten, allein für das Panorama hat sich der Trip schon gelohnt.




Aber nur für schöne Aussichten sind wir ja nicht hier, sondern wegen der Meeressäuger.  

Ok. Ich sehe sie tatsächlich zuerst. Tümmler. Vor dem Guide und dem Kapitän. Aber dann wabern 45 Kameras um mich herum und am Ende bleibt für mich irgendwie kein Raum ... Aber für eine Rückenflosse reicht es :)


Und dann beginnt ein Zauber, den wir so noch nicht erlebt haben. Nur mäßig getrübt von den 45 Mitreisenden, und wir haben sie tatsächlich gesehen. Buckelwale... aber sie sind extrem kamerascheu.

Mir gelingen nur ganz wenige Bilder, denn das ist mal eine Herausforderung. Kaum weist der Guide vom Ausguck aus auf eine Atem-Fontaine hin (z.B. auf 12:00 Uhr - oh je ... Wo war denn jetzt noch mal 12.00 Uhr ...?), schon knipst man nur noch die Schwanzflosse! Oder den Nacken des Touristen, der sich kurz mal vorgeschoben hat. Es ist ein Wunder, dass wir überhaupt etwas auf den Chip bannen können, ohne das jemand über Bord geht. 

Buckel vom Wal


Und Flosse ...


Und wieder Buckel 


Und Flosse ...


Sie kreisen uns ein ...


Ignorieren uns aber majestätisch... Krill geht vor!


denn Buckelwale sind mächtige Tiere. 12 bis 15 Meter lang werden sie und brauchen eine Tonne Krill am Tag. Hier waren es drei Stück in diesem Gebiet, was selbst den Guide begeistert hat. Eigentlich Einzelgänger kamen sie heute zu dritt ganz nah an den Booten an die Oberfläche. Aber eben immer nur kurz und meistens nur von hinten zu bewundern.  



Vor Hulavik sind die Gewässer so futterreich, dass es wohl zur Cliquen-Bildung kommen kann.
Die Bilder, die die Kamera eingefangen hat sind leider nichts gegen die in meinem Kopf. Der Wal hat, wenn er auftaucht, an die tausend Liter Meerwasser im Maul. Und genau so ist er auf uns zu geschwommen. Aufgerissenes Maul und Wasser filternd. Wirklich aufregend. Aber der Finger am Auslöser war immer zu langsam.

Und viel zu früh hat der Kapitän dann wohl genug gesehen und so tuckern wir wieder Richtung Hafen. Es war ein aufregendes Abenteuer. Und auf den letzten Metern können wir auch im T-Shirt die Sonne genießen. 


Nur komisch, wenn man nach diesen atemberaubenden und erhabenen Szenarien später dann im Nachbar-Ort im Restaurant Wal-Steak auf der Speisekarte findet :/ wir Menschen sind schon kurios. 

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