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30 Juli 2025

Zu Wasser

Wir genießen die Zeit am Meer und auch endlich wieder ein wenig niedrigere Temperaturen. Wenn das Thermometer über 40 Grad klettert, lähmt das doch ungemein.

 

Aber für die nächsten Wochen ist auch hier in Griechenland als Höchsttemperatur meist so 32 Grad angegeben  - damit kommen wir super klar. Hans und Dagmar gehen auch ins Wasser, wenn es richtig wild ist. 

Zumal wir es ja wirklich gut angetroffen haben, hier am Meer . 

Auch wenn die Etappen immer nur kurz sind, Kilometer fressen wir trotzdem.

Nächstes Ziel ist der oder auch die Peleponnes. Hans und Dagmar kennen diese Insel schon und ich freue mich auf die Fahrt mit der Fähre. Das ist ja immer abenteuerlich…

33,70€ Maut inklusive Fähre 

Aber der Weg ist zauberhaft. 




Die Brücke zwischen dem Festland und dem Peleponnes… grandioses Bauwerk. 

Aus Abenteuerlust nehmen wir die Fähre, anstatt der teuren Brücke. So entstehen auch schöne Bilder von der Brücke.

Karlo steht in der Poleposition. 


Ein Selfie geht ja immer. 










Die Brücke ist wirklich imposant.



Die Überfahrt dauert keine Viertelstunde und wir beziehen unseren Platz in der Nähe von Patras.  



 







Am nächsten Tag fahren wir zurück in die quirlige Stadt Patras. Wir wollen shoppen.  Nespresso für
frischen Kaffee und ein Baumarkt für kleinere Reparaturen sind mal wieder nötig und …Einen Lidl mit Aussicht gibt es hier auch!!


Essen mit wunderschönen Ladenbau:



Und jeder Menge Aussicht. 



Im Restaurant vom Campingplatz gibt es einen Olivenbaum, der ist 1.100 Jahre alt. Wow. Und dass er immer wieder weiß angemalt wird, scheint ihm total egal. 




Dagmar und ich suchen uns ein neues Hobby … immer nur ins Handy starren ist auf Dauer ja öde. 


Wir suchen uns Steine am Strand und kaufen uns Wasserfarben… Kunst ist zwar was anderes, aber Spaß macht es auf jeden Fall. 


Morgen geht’s weiter. Lasst Euch überraschen. Kultur steht in den Startlöchern …

26 Juli 2025

Grenzwertig


Wir verlassen Albanien und machen uns wieder auf den Weg in die EU.


Auf den Grenzübertritt Albanien/Griechenland hatten wir uns mental schon vorbereitet. EU-Außengrenzen können ja immer wieder ein wenig langwieriger sein. Aber was dann kommt, überrascht uns doch. 

Die Ausreise aus Albanien ist noch völlig entspannt. Personalausweise und Fahrzeugschein vorzeigen und weiter geht’s -  alles ist easy. Die Griechen lassen es dann mal ganz anders krachen, als wir es kennen - und wir kennen schon viel. 

Eine völlig durchgeschwitzte Grenzbeamtin geht lange vor dem Einreise-Terminal an jedes Fahrzeug in der Schlange heran und verlangt in gebrochenem Englisch, dass einer aus dem Auto mit den Pässen zum Grenz-Büro gehen und die Personen-Einreise organisieren soll. Sie kontrolliert dann in der Zwischenzeit das Auto mit dem verbliebenen Fahrer… What…? Was soll Dagmar denn da machen - so ganz ohne Beifahrer? Sie gibt mir erst mal die Papiere mit, kommt aber lieber doch nach, um dem Grenzer persönlich gegenüber zu stehen. Dann stellen wir aber in der Wartezeit fest, dass sie besser bei ihrem Auto bleibt, damit sie vorrücken kann. Also rennt sie wieder zurück und lässt mir nur ihren Personalausweis da. Was ein Stress. 

Die arme Dagmar rennt nun also, sehr verunsichert von dieser ungewöhnlichen Einreiseformalität, zwischen mir und ihrem Auto hin und her und ist sichtlich nervös. Am Ende brauche ich sie aber für die Personeneinreise gar nicht - unsere Personalausweise werden gar nicht kontrolliert, weil wir EU-Bürger sind.  

Als ich wieder zurück zu den Autos komme, ist Hans ganz blass um die Nase. Die abgekämpfte Grenzkontrolleurin hat das Auto untersucht und gefragt, ob der Baum auf dem Tisch echt ist … NEIN - der ist aus Plastik - Hans hat super schlagfertig reagiert. Dass man weder Pflanzen noch Obst oder Gemüse in die EU einführen darf, war uns gar nicht klar - der arme  Benny-Pappa-Baum - da wäre er uns nach 35 Jahren in Köln und 4 Monaten auf Reisen nun doch noch fast abhanden gekommen. Aber eben nur fast. Wir mögen gar nicht drüber nachdenken und blenden diese Grenzkontrolle erst mal gedanklich aus. 

Der Baum jedenfalls belohnt Hans’ Einsatz bei der Grenze mit neuen Blättern und zarten neuen Ästen. Das ist schön. 



Wir sind froh, dass das so glimpflich ausgegangen ist. Und natürlich auch, dass er diese anstrengende Reise und die Temperaturen weitaus besser verträgt als Hans und ich. 

In Griechenland (Syvota) auf dem Nautilos Campingplatz hat Dagmar sich ein Appartement gemietet und wir stehen im Halbschatten nebenan hier nun von Mittwoch bis Sonntag am Meer - es rollt eine Hitzewelle durchs Land, was wirklich lähmend ist. Wir vertreiben uns die Zeit im und am Wasser mit schönen Sonnenuntergängen und intensiven Gesprächen über die Zukunft. 

                       








Bis zu 42 Grad am Tag und auch nachts rutscht die Temperatur im Karlo nicht mehr unter die 28 Grad-Marke und das ist wirklich schwer erträglich. Manchmal wünschte ich mir einen Keller im Auto oder eine Klima-Anlage. 


An erholsamen Schlaf ist da eher nicht zu denken.



Dass wir etwas schwitzen und ein wenig leiden, ist natürlich nur die harmlose Seite der Hitze-Medaille - Freitags bekommen wir eine Broadcast-Warnung auf die Handys, dass es 30 Kilometer entfernt starke Waldbrände gibt - nun, da sind wir ja jetzt fast schon dran gewöhnt. Diesmal wird der Brand mit Löschflugzeugen eingedämmt. Das geht den ganzen Freitag so - mal zu dritt oder viert in Formation fliegen die Flugzeuge vom Meer aus über den Campingplatz. 



Schlimme Geschichte - aber uns geht es natürlich gut - wir bekommen ausser ein bisschen Rauch am Himmel und den Löschflugzeugen gar nichts davon mit. 

Wir machen uns eine gute Zeit und lieben die Griechische Küche - ich könnte eine Flatrate auf Tzaziki abonnieren - lecker ;) Dagmar und Hans probieren sich am Frappé… aber nur mit mäßiger Begeisterung. 


Es wird dann vielleicht jetzt tatsächlich mal wenig ruhiger in den nächsten Tagen, da die große Hitzewelle noch nicht vorbei ist und wir ein bisschen gelähmt zwischen Meer und klimatisiertem Appartement hin und her vegetieren. Aber das ist natürlich ,Jammern auf allerhöchstem Niveau‘ ¯\_(ッ)_/¯ 

Morgen fahren wir erst mal weiter und suchen uns ein neues schattiges Plätzchen. 










20 Juli 2025

Festgefahren


̊                                            

Vom Campingplatz in die City von Tirana sind es mit dem Fusion wirklich nur 20 Minuten zu fahren. Dass wir uns den Luxus mit zwei Autos gönnen, hat super viele Vorteile und erhöht unseren Radius ungemein. 

In Tirana machen wir dann eine kleine Shopping-Runde - es ist allerdings so heiß, dass wir uns hauptsächlich im Einkaufszentrum aufhalten. Das ist gut klimatisiert und dort finden wir alle Marken und Geschäfte, die wir auch von zuhause kennen.  

Auf mein Lieblings-Shampoo freue ich mich schon seit meinem Geburtstag - und endlich bekomme ich es dann hier in Albanien. 

    

Ein ganz kleines bisschen Sightseeing ist natürlich trotz der Hitze drin. 


Aber chillen auf dem schönen Campingplatz-Bauernhof ist bei 36 Grad das Sinnvollste. Da lachen sogar die Hühner und suchen Schatten unterm Auto. 

Nach der wilden Stadt geht es dann weiter Richtung Süden und wieder ans Meer nach Rrogozhine zum Stellplatz Buona Vila






Sonnenuntergang …





 



Endlich gelingt Hans heute einmal ein Foto der Milchstraße. Allerdings nur mit dem Handy und nicht mit der Kamera - da arbeitet er aber noch dran. 



Am Fliegengitter sitzen 1.000 Mücken. Die warten nur darauf, dass wir das Auto für die Nacht dann ganz schließen und dafür das Fliegengitter weg schieben … um über uns herzufallen. Wir sind aber auch lecker, wie es scheint. 


Von Rrogozhine geht es dann weiter runter nach Vlore - wir bleiben erst mal am Meer, denn hier sind die Temperaturen etwas niedriger und an den Restaurants kann man oft kostenlos parken für eine Nacht, wenn man dort eine Mahlzeit einnimmt. Und essen müssen wir ja sowieso. 



Der Restaurantbesitzer weist uns einen Stellplatz zu, sieht auf den ersten Blick auch alles super aus. Der kleine Pinienhain ist allerdings total zugemüllt. 



Wir räumen ein bisschen auf: 

Vorher


und danach ;)

Wir holen drei Säcke voll Plastikmüll aus dem Wald - eine gute Tat am Tag kann ja nur gut fürs Karma sein.

 


Nach getaner Arbeit haben wir uns ein Bad im Meer verdient. Man kann hier wirklich überall kilometerweit ins Meer gehen, bis man mal den Bauchnabel unter Wasser  hat. 



Und verschiedene Schwimm- und Spielutensilien gibt es quasi im vorbeifahren.


Als wir sonntags dann weg fahren wollen stellen wir fest, dass wir im Sand feststecken. Dagmars Fusion kommt mühelos raus aus dem Sand, aber Karlo hat es erwischt. Er bewegt sich nicht vom Fleck. Mit dem Automatik-Getriebe lässt sich schwer „schaukeln“ und Hans versucht wirklich alles. Wir buddeln und legen Stöckchen unter die Reifen - aber nichts hilft. 

Hinzu kommt, dass der Parkplatz nun auch immer voller wird. Tagesgäste kommen mit PKW, um den Sonntag am Meer zu verbringen. Sie spekulieren darauf, dass wir weg fahren -Dadurch wird der Platz für uns immer enger und die Situation wird wirklich ungemütlich und stressig. 

Wir wollen eigentlich nur noch weg - und können nicht. 



Das Profil ist völlig zugesetzt mit Sand - da geht nichts mehr … 



Aber wir fahren ja nicht umsonst schon seit tausenden von Kilometern mit dem coolen Outdoor-Look durch die Landschaft ;) Jetzt kommt endlich der Einsatz: 


Ich habe versucht, alles in einem Video zusammenzufassen. Leider ist der entscheidende Befreiungsschlag nicht mit drauf, weil die hilfsbereiten Albaner immer durchs Bild gelaufen sind und ich sie nicht filmen wollte. Nett ist aber, dass wir wirklich sofort einen freundlichen Herrn an unserer Seite hatten, der uns herausziehen wollte. Gut, dass wir mit der Bereifung und auch den Sandboards gut aufgestellt sind und uns allein helfen können. 

Das war das erste mal, dass wir die Sandboards für uns selbst gebraucht haben. Bisher haben wir immer nur anderen Campern oder PKW aus der Patsche oder dem Matsch geholfen. 


Der Bereich ist ganz schön aufgewühlt und die Sandboards sind dreckig, aber wir sind raus und können entspannt weiterfahren.





Heutiges Ziel ist der Fluss Vjosa:



Die Spritpreise in Albanien haben es in sich und an dieser Tankstelle wurde sogar nur Bargeld genommen. Man kann den LEK-Betrag grob in Euro umrechnen, in dem man einfach das Komma setzt, wie bei uns, also 172 LEK sind ungefähr 1,72 € für einen Liter Benzin. 

Schon erstaunlich. 




Die Fahrt in die Berge genieße ich als Beifahrer-Prinzessin mal wieder sehr. Albanien ist wirklich landschaftlich herausragend. Schade, dass das den Albaner anscheinend nicht so richtig bewusst ist. Die Massen von Müll, die am Straßenrand liegen, sind wirklich schauerlich. 

Hier wird wohl Öl gefördert - Genau können wir es aber im Vorbeifahren nicht erkennen. 



Was nicht mehr gebraucht wird, bleibt einfach liegen. 





Am Meer war noch richtig viel los - hier in den Bergen haben wir die Straßen dann wieder eher für uns. 





Angekommen am wunderschönen Fluss Vjosa. 
Dagmar liest bei Tante Wiki nach, dass dies wohl einer der letzten vollkommen naturbelassenen Flüsse Europas ist. Er ist recht flach und fließt ganz langsam. Da können wir uns gut abkühlen. Wassertemperatur höchstens 20 Grad. Bei 36 Grad Außentemperatur ein wirklicher Genuss. 


Auch dieser Stellplatz ist wieder ein schöner Naturstellplatz direkt am Fluss. Es gibt wieder Hühner und Kühe und auch ein Paar Ziegen laufen uns über den Weg. 

Hans schließt gleich Freundschaft: 


 







Heute haben wir hier auf dem Platz auch eine Camperin mit ihren beiden Kindern wieder getroffen, die wir schon in der Bar Ledh in Lezhe kennen gelernt hatten. Da die Menge an Campern in Albanien wirklich überschaubar ist, ist es schön, dass man dann ab und an (an den besonders coolen Plätzen) schon bekannte Menschen wieder trifft.