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08 Juni 2017

Geflasht vom Fjord der Fjorde

Heute scheint die Sonne mit dem Sprühregen um die Wette. Was für eine kuriose Wetterlage. Gestern haben wir uns schon entschieden: wir wollen dann doch eine Touri-Bootstour machen. Man kann das ja nicht einfach ausfallen lassen, wenn man schon mal hier ist .

Das bedeutet aber erst mal wieder eine Stunde im Auto. Mit den dazugehörigen Ausblicken, Wohnmobilen und so ... 




In Geiranger kaufen wir ein Ticket für eine einstündige Tour und dann geht es auch schon rauf aufs Schiff. Natürlich sind wir nicht allein. Aber das nehmen wir in Kauf. Wir sind ja mental drauf eingestellt.



Es ist förmlich ergreifend und ich muss echt vor Begeisterung ein paar mal mit den Tränen kämpfen. Ich bin super froh, dass wir das dann doch gebucht haben. Und bei den Ausblicken, die sich bieten, sind die Italiener, Franzosen und Japaner um uns herum sehr schnell vergessen. 



Jeder Wasserfall hat einen Namen und eine Legende, die sich darum rankt. 


Ich leihe mir einen Audio-Guide aus der Retorte und höre mir eine rührige Geschichte über Geiranger nach der anderen an. Mir gefällt es und ich lerne sogar etwas. 










Der Freier - gegenüber den 7 Schwestern. Jeder der Sieben hat er einen Heiratsantrag gemacht. Aber nachdem ihn jede zurückgewiesen hat, ist er dem Alkohol verfallen. Wenn das Wetter es hergibt, gibt es eine freie Stelle in den Fluten, die wie ein Flaschenhals geformt ist ... aber wohl nicht heute ...?



Das sind sie ... 7 Heiratsunwillige ... 


Immer wieder blicke ich auch zurück in den Fjord. Es ist einfach wunderschön.





Auch das Wetter spielt mit. Endlich einmal Licht zum fotografieren, sagt Hans. 







Es gibt sogar kleine Tümmler, ähnlich den Schweinswalen im Fjord und ab und an verirrt sich sogar ein Orca auf der Suche nach Fressbarem hierher ... heute sieht man allerdings nur Wasser. 



Und dann und wann einen verfallen Hof in den Felsen. Auch um diese alten, heute meist verlassenen Gebäude ranken sich schöne Geschichten. 

Ich höre von 77-jährigen Hebammen, die bei widrigsten Wetterbedingungen an Weihnachten zur Geburts-Hilfe eilten und von Bäuerinnen, die das beste Bier der Welt brauten und deshalb für Hexen gehalten wurden. Außerdem von Familien, die während der Feldarbeit ihre Kinder wie Ziegen an Pflöcke banden, damit sie nicht die Klippen hinab stürzen. 



Schade, dass die Stunde schon vorbei ist. Von diesen Geschichten hätte ich gern noch mehr gehört und den Fjord gern länger befahren. Einfach ein Highlight...



Zum Mittagessen bleiben wir noch in Geiranger. 

Im Winter leben hier um die 250 Menschen, denn das Dorf ist dann nur schwer erreichbar. Es gibt nur noch eine Straße, die dann noch geöffnet ist und den Wasserweg. 

Im Sommer gibt es an Wochenenden und Feiertagen bis zu 10.000 Touristen. 😏

Aber nur mittwochs kommt ein Arzt und Gottesdienste ist nur alle drei Wochen ... dafür gibt es aber 2 Bands und drei Chöre. Ich mag die Norweger. 

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