Translate

30 Mai 2018

Tag am Meer

Wir starten um 10.00 Uhr super pünktlich. 

Es fällt uns echt schwer, den Taubenschlag zu verlassen. So nette und überzeugte Gastgeber findet man nicht alle Tage. Tom schießt noch ein Abschiedsfoto, das muss er mir unbedingt noch schicken. Und dann sind wir wieder unterwegs. 

Nächster Halt ist Six-Four-les-Plages. Das sind nur zwei Stunden Fahrt und wir sind am Meer. 






Das Wetter ist eher durchwachsen und so wird die Fahrt eine Dach-auf-Dach-zu-Veranstaltung. Das ist aber bei zwei Stunden eher kein Problem.


Six-Four-les-Plages ist dann aber eher ein Renterparadies mit nicht wirklich schönem Strand und so richtig will daher kein Strandfeeling aufkommen. Zudem ist das Wetter so durchwachsen.Immer wieder tröpfelt es.

Also erst mal was essen ;) Es gibt Nudeln mit Lachs. Die Franzosen essen nur bis höchstens halb zwei zu Mittag, da müssen wir uns schon ein wenig sputen. Aber lecker ist es ...Ein paar Eindrücke vom Meer. 




So richtig kann ich mich nie entscheiden, was ich lieber mag. Berge oder Meer. Hier überwiegt jetzt tatsächlich Zweiteres.
Ein Strandspaziergang darf natürlich auch nicht fehlen. Dafür sind wir ja hier.

Die Venus du Gaou .... das Internet spuckt nicht aus, was es mit ihr auf sich hat. 



Aber imposant ist sie auf jeden Fall und ein Restaurant ist auch nach ihr benannt. Das muss dann wohl an Information reichen ;o)



Hans geht mal auf Tuchfühlung. Aber die steinerne Dame schaut abweisend und ein wenig grummelig weiter in vom dem Meer abgewandte Richtung. Versteh einer die Frauen ;o)



Also gehen wir noch eine kleine Runde weiter:









Und  fahren dann  noch eine Runde durch diesen und die angrenzenden Orte auf der Suche nach dem Traumstrand ... werden aber nicht fündig. 

Und so lässt sich der Abend auf der Terrasse vor dem Zimmer prima  und ohne schlechtes „Verpassen-wir-was-Gefühl“ vergammeln. 





Zumal hier jetzt wirklich schön die Abendsonne lockt. Wir essen die Reste vom gestrigen Abendbrot und sitzen gemütlich in der schwächer werdenden Abendsonne.

Besuch gibt es heute Abend auch. Erst kommen die Mücken scharenweise und lassen sich nur mit Profi-Equipment nachhaltig beeindrucken ... 




Dann kommt Blondie - er bettelt auch nur ganz wenig und hat quasi noch weniger Zeit. Er bleibt nämlich nur exakt solange wachsam bei uns sitzen, bis die Wildschweinsalami aufgegessen ist. So sind sie ...Wir bleiben standhaft und teilen nicht. 



Obwohl er so schaut, als hätte er seit Tagen nichts zu fressen bekommen. Herzerweichend ...


♥️♥️♥️

Das war mal ein anderer, aber auch sehr ein schöner Urlaubstag.

29 Mai 2018

Verdon

So ein voll gepackter Tag!
Aber grossartig. 

Nach dem bekannten, mit Liebe bereiteten Frühstück fahren wir zu erst einmal mit dem (unglaublich schmutzigen —> Saharastaub)




Auto die Route de Crete ab. Was für Ausblicke. Wir sind schlicht hin und weg. 


















Die Verdon-Schlucht beherbergt fünf Geier-Arten, einer fliegt mir dann auch tatsächlich vors Handy. 




Die schon erwähnte Weite ist wirklich phänomenal. Hans gefällt es auf jeden Fall. Wobei er leider den Geier nicht vor die Linse bekommt, weil er erst mal das Objektiv wechseln muss. Den Moment nutzt der große Vogel zum abdrehen ... so gemein. Aber Hans trägt es mit Fassung. 
Die Aussicht entschädigt für einiges. 





Am Nachmittag buchen wir uns dann ein Kanu und erkunden die Schlucht vom Wasser aus. Das ist ja immer ein bisschen ein Härtetest. Kanu-Fahren ist und bleibt für uns eine Herausforderung. Einer macht immer alles falsch. Und dass Wind und Strömung Schuld an allem sind, merken wir quasi erst auf dem Rückweg. Dennoch ... es ist Zeit für den Bikini und die Badehose und dann nichts wie raus aufs Wasser.




Die ersten paar Schläge diskutieren wir noch über Teamfähigkeit und Skills, aber irgendwann wird es so anstrengend, dass wir schweigend in der Stille vor uns hin paddeln. Jeder wie er kann und irgendwie zusammen. 



















Besonders bezaubernd und wunderschön: die kleinen Wasserfälle 😊




Am Ende lächeln wir dennoch. Aber das ist echt nicht ohne. Es gibt Tage, an denen muss das Feuerwehrboot die Leute aus der Schlucht holen, weil der Wind sie immer wieder hinein pustet. Aber heute ist es schön. Da geht es für uns aus eigener Kraft rein und wieder raus. Wobei wir schon einen neidischen Blick auf das Paar im elektrisch betriebenen Bötchen werfen ... na ja ... selbstgewähltes Schicksal. 



Am Ende bringen wir es auf mehr als acht gepaddelte Kilometer. Morgen können wir oberhalb der Gürtellinie nicht so viel bewegen. Das steht fest. 




Den Abend verbringen wir wieder mit allen Gästen unseres ,Taubenschlags’ und natürlich unseren Gastgebern - wie gestern - sehr gemütlich bei Rotwein, Baguette und dem, was jeder mitgebracht hat. Ein toller Tag. Finden auch Jack und Jacks Bruder. Die es sich auf dem frisch gewaschenen Auto gut gehen lassen. Gut, dass Hans Katzen so liebt. 






Ein fauler Tag


Ein fauler Wandertag




So viel zu: Heute machen wir nichts 

Unser „Taubenschlag“ ist wirklich eine wunderschöne Anlage, nur die Ruhe raubt mir tatsächlich den Schlaf. Ich bin so eine Stadtpflanze, ich kann nicht schlafen, wenn ich nichts höre. Gibt es denn so was?





Das Frühstück ist ein Traum aus selbst gebackenem Brot, selbst gemachter Marmelade und (wie auch anders) selbst gemachtem Bircher-Müsli … und und und … Barbara und Tom sind wirklich herausragende Gastgeber. Das haben wir schon beim Abendessen gestern erfahren dürfen. Weltgewandt haben die beiden Schweizer sich nach 30 Jahren als Tauchlehrer auf den Malediven und Skipper auf dem ganzen großen Rest der Welt(Meere) ein abenteuerliches Leben gemacht. Jetzt mit um die 50 war es wohl Zeit sich niederzulassen. Da ist dieses Fleckchen Erde in der Provence eine wunderbare Wahl… sie erzählen aufgeschlossen von ihrem Leben und ich hätte noch stundenlang zuhören können. Irgendwie fühlen wir uns plötzlich so ein kleines bisschen spießig ….
Gut und vor allem vollwertig gestärkt machen wir uns also auf und erkunden die Umgebung. Dass wir Frankreich bisher so sträflich vernachlässigt haben, tut uns jetzt wirklich leid. 






Es ist traumhaft hier. Gerade jetzt kurz vor Beginn des Sommers. Zwar blüht der Lavendel frühestens in vierzehn Tagen, aber die Felder sehen auch heute schon zauberhaft aus und verströmen den charakteristischen Duft dieses Landstrichs. 







Überall blüht es und summt es und die Felder sehen mit ihrer Mischung aus Roggen, Hafer und Mohnblüten zum verlieben aus. Wir fragen uns, ob man das so wirklich ernten wird, oder ob das nur zum bewundern so kultiviert wird. 

Alles hier wirkt ein wenig rauh und verwegen, manchmal sogar verfallen und eben ganz anders als zuhause. Hier können die Bienen an den Feldwegen wirklich noch Wildblüten besuchen.

Was an diesem Landstrich aber ganz besonders fasziniert, ist die Weite. Man kann so wunderbar weit schauen und die Hügel verschmelzen mit den Wolken. Traumhaft. 













Eine kleine Schleife in die Schlucht (ver)laufen wir (uns) noch und sind wirklich begeistert … 






Am Ende wandern wir knappe 8 Kilometer 




und sind zufrieden. Das ist zwar nicht ,nichts‘ tun, aber entspannend war es und hat Spaß gemacht. Und hungrig sind wir jetzt auch wieder.
Für das Mittagessen fahren wir dann doch mit dem Auto über die wunderschön verschlungenen Sträßchen ins Nachbardorf Sainte-Croix-du-Verdon. Dort solle es ein Restaurant geben, dass tatsächlich mittags geöffnet hat. Da das Wetter jetzt umschlägt eine gute Idee. Und die Aussicht ist ebenfalls grandios. 












Während wir essen pfeift der Wind heftigst um den Hügel und an den Fenstern vorbei. Der Regen steht teilweise waagerecht in der Schlucht. 
Wir genießen eine kleine Platte mit Baguette, Käse und Wurst aus der Region und danach brausen wir wieder zurück. Hier kann das Auto (und Hans natürlich erst recht) mal zeigen was es kann. Ich habe nur ein ganz kleines bisschen Angst … so eine Menge Eindrücke …

Den Nachmittag vergammeln dann aber tatsächlich … und geniessen wieder die wunderbare Ruhe des Taubenschlags. Mal sehen, was der Abend bringt, denn heute möchte Barbara noch mal für uns kochen. Das wird bestimmt super.

Und genauso ist es dann auch. Wir lernen 6 tolle Menschen kennen. Unter anderem Ted aus Australien. Er ist Segler in einer festen Anstellung in einem der Teams des Americas Cup und erzählt spannende Geschichten. 

Bis halb elf sitzen wir zusammen und lassen uns entführen in die Welt der Menschen, die sich mal eben eine Crew zusammen kaufen können und der Crews,  die uns absolut exotisch vorkommt. Ein großartiger Tag geht zu Ende.