Ein fauler Wandertag
So viel zu: Heute machen wir nichts
Unser „Taubenschlag“ ist wirklich eine wunderschöne Anlage, nur die Ruhe raubt mir tatsächlich den Schlaf. Ich bin so eine Stadtpflanze, ich kann nicht schlafen, wenn ich nichts höre. Gibt es denn so was?
Das Frühstück ist ein Traum aus selbst gebackenem Brot, selbst gemachter Marmelade und (wie auch anders) selbst gemachtem Bircher-Müsli … und und und … Barbara und Tom sind wirklich herausragende Gastgeber. Das haben wir schon beim Abendessen gestern erfahren dürfen. Weltgewandt haben die beiden Schweizer sich nach 30 Jahren als Tauchlehrer auf den Malediven und Skipper auf dem ganzen großen Rest der Welt(Meere) ein abenteuerliches Leben gemacht. Jetzt mit um die 50 war es wohl Zeit sich niederzulassen. Da ist dieses Fleckchen Erde in der Provence eine wunderbare Wahl… sie erzählen aufgeschlossen von ihrem Leben und ich hätte noch stundenlang zuhören können. Irgendwie fühlen wir uns plötzlich so ein kleines bisschen spießig ….
Gut und vor allem vollwertig gestärkt machen wir uns also auf und erkunden die Umgebung. Dass wir Frankreich bisher so sträflich vernachlässigt haben, tut uns jetzt wirklich leid.
Es ist traumhaft hier. Gerade jetzt kurz vor Beginn des Sommers. Zwar blüht der Lavendel frühestens in vierzehn Tagen, aber die Felder sehen auch heute schon zauberhaft aus und verströmen den charakteristischen Duft dieses Landstrichs.
Überall blüht es und summt es und die Felder sehen mit ihrer Mischung aus Roggen, Hafer und Mohnblüten zum verlieben aus. Wir fragen uns, ob man das so wirklich ernten wird, oder ob das nur zum bewundern so kultiviert wird.
Alles hier wirkt ein wenig rauh und verwegen, manchmal sogar verfallen und eben ganz anders als zuhause. Hier können die Bienen an den Feldwegen wirklich noch Wildblüten besuchen.
Was an diesem Landstrich aber ganz besonders fasziniert, ist die Weite. Man kann so wunderbar weit schauen und die Hügel verschmelzen mit den Wolken. Traumhaft.
Eine kleine Schleife in die Schlucht (ver)laufen wir (uns) noch und sind wirklich begeistert …
Am Ende wandern wir knappe 8 Kilometer
und sind zufrieden. Das ist zwar nicht ,nichts‘ tun, aber entspannend war es und hat Spaß gemacht. Und hungrig sind wir jetzt auch wieder.
Für das Mittagessen fahren wir dann doch mit dem Auto über die wunderschön verschlungenen Sträßchen ins Nachbardorf Sainte-Croix-du-Verdon. Dort solle es ein Restaurant geben, dass tatsächlich mittags geöffnet hat. Da das Wetter jetzt umschlägt eine gute Idee. Und die Aussicht ist ebenfalls grandios.
Während wir essen pfeift der Wind heftigst um den Hügel und an den Fenstern vorbei. Der Regen steht teilweise waagerecht in der Schlucht.
Wir genießen eine kleine Platte mit Baguette, Käse und Wurst aus der Region und danach brausen wir wieder zurück. Hier kann das Auto (und Hans natürlich erst recht) mal zeigen was es kann. Ich habe nur ein ganz kleines bisschen Angst … so eine Menge Eindrücke …
Den Nachmittag vergammeln dann aber tatsächlich … und geniessen wieder die wunderbare Ruhe des Taubenschlags. Mal sehen, was der Abend bringt, denn heute möchte Barbara noch mal für uns kochen. Das wird bestimmt super.
Und genauso ist es dann auch. Wir lernen 6 tolle Menschen kennen. Unter anderem Ted aus Australien. Er ist Segler in einer festen Anstellung in einem der Teams des Americas Cup und erzählt spannende Geschichten.
Bis halb elf sitzen wir zusammen und lassen uns entführen in die Welt der Menschen, die sich mal eben eine Crew zusammen kaufen können und der Crews, die uns absolut exotisch vorkommt. Ein großartiger Tag geht zu Ende.
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