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25 April 2025

Mitten in Italien - Kultur und so…



Das Leben im Camper beinhaltet zwar in erster Linie auffällig viele, sehr schöne Momente, aber es muss auch mal Weltliches getan werden. Für Donnerstag hatten wir uns einen Waschsalon der Kette Lavandaria Piu ausgesucht, da wir hier schon gute Erfahrungen gemacht hatten. 

Wir sind extra früh aufgestanden und die halbe Stunde in die Nachbarstadt Foligno gefahren, um diese Angelegenheit so schnell wie möglich hinter uns zu bringen. Leider ist der Waschsalon komplett belegt. Alle Maschinen und auch die Trockner laufen auf Hochtouren und eine resolute Dame (anscheinend hier angestellt) hat noch ganze Berge vor sich liegen. Sie wäscht z. B. jede Menge Daunenbetten und Kinder-Fussballtrikots von mindestens sechs Vereinen. Meine Laune sinkt in den Keller. Aber sie lässt uns vor, sobald eine Maschine frei wird. Glück gehabt. 

Während dann also alles wäscht und trocknet, holen wir uns ein Croissant und trinken erst mal einen Kaffee im Van - das hebt die Laune. 


Leider hat die eingestellte Trocknungszeit für die Wäsche diesmal nicht gereicht - beim letzten Mal war nach einer halben Stunde Industrie-Trockner alles knochentrocken. Nun sind aber alle Sachen noch ein wenig klamm - im Camper eher weniger vorteilhaft. Wir fahren trotzdem erst einmal weiter auf den Stellplatz in Spello, den wir uns für heute (Donnerstag) ausgesucht haben. Dort werde ich dann erfinderisch und die Sonne und unser Ventilator im Schlafzimmer (der kann die Luft auch raus saugen) erledigen den Rest der Trockenarbeit. Wir legen dann Stück für Stück alles zusammen und räumen alles wieder in die Staufächer … nach beinahe 6 Wochen auf Tour unser dritter Waschtag - läuft eigentlich gut bei uns. 

Beim Aufhängen werde ich kreativ - leider kann ich auf dem Stellplatz keine Wäscheleine spannen. 



Gegen Mittag können wir dann aber endlich los wir und machen uns auf den Weg hoch in die historische Altstadt von Spello. Das ist alles wirklich sehr hübsch und wir lassen uns nach dem steilen Aufstieg zur Erfrischung zufällig im 1. Haus am Platze nieder, um ein kleines Mittagessen zu genießen. 

Erst mal Höhenmeter in die Stadt

Geht ganz schön rauf!



Alles ist zauberhaft bepflanzt und liebevoll hergerichtet. 





Lecker war es 

Der Besitzer des Lokals gibt einem amerikanischen Paar am Nebentisch eine ausführliche Weinverkostung mit weitreichenden Erläuterungen zu jedem der edlen Tropfen, die er kredenzt. Er weist auf einen Artikel über seine Enotek und auch sein Weingut in der New York Times hin, und auch wir sind schwer beeindruckt. Kaufen aber aufgrund der üppigen Preisgestaltung dann lieber doch nichts. 

Abends geht Hans dann noch mal auf Foto-Jagd. Das Lichtspiel zwischen Sonne und Wolken ist wirklich spektakulär. 





Spello gefällt uns wirklich sehr gut und wir entscheiden, diesem Landstrich noch ein wenig mehr Zeit zu widmen. Wir suchen uns also für morgen dann Perugia als neues Ziel aus. Auf dem Weg dorthin sehen wir am Hang aber dann doch Assisi. Sollen wir es wagen, einen Abstecher dorthin zu machen? Wir wissen, dass heute (Freitag) Feiertag in Italien ist und hatten die Idee deshalb eigentlich schon gestern verworfen. Aber wir versuchen es dennoch. 

Der Andrang auf Assisi ist so groß, dass die Polizei den Verkehr regeln muss und wir dann einfach einen Kreisverkehr zum wenden nutzen und doch nach Perugia fahren. Das liegt im übrigen alles wirklich Mitten in Italien und die Städte sind quasi alle in Sichtweite voneinander. Uns war gar nicht bewusst, wie schön die Landschaft ist und wie zauberhaft die Städte mit Hanglage. 

Der Stellplatz in Perugia hat dann noch ein Plätzchen für Karlo frei und wir buchen uns gleich für zwei Tage ein. Dann fahren wir nicht jeden Tag, auch wenn es immer nur ein paar Kilometer sind. Die Wochenenden sind wirklich sehr lebhaft und wuselig auf den Stellplätzen, weil die Italiener in dieser Woche wohl alle noch Urlaub haben. 

Den Weg vom Stellplatz zur historischen Altstad legen wir diesmal mit den Fahrrädern zurück. Das war aber eine mutige Entscheidung. Das Navigationssystem verleitet uns zu waghalsigen Manövern entgegen von Einbahnstraßen (ist hier halt nicht Köln, wo Radfahrer alles dürfen). Das wird hier nicht so gern gesehen und wir ernten harsche Schimpftiraden von entgegenkommenden Autofahrern. Aber ist ja alles auf italienisch. Wir verstehen also nichts ¯\_(ッ)_/¯  Die 150 Höhenmeter sind auch für die E-Bikes durchaus anspruchsvoll und im historischen Stadkern können wir sie über das grobe Pflaster weder weiter fahren noch schieben. Also stellen wir sie ab und gehen den Rest zu Fuß.  










Assisi auf dem Hang gegenüber. 


Auf der Stadtmauer von Perugia darf man nicht sitzen … ups. 


Auch hier ist es sehr wuselig und der Stellplatz wird gegen Abend brechend voll. Die Fahrzeuge stehen hier jeweils mit nicht einmal 2 Metern Abstand. Da müssen wir mal schauen, ob wir morgen bleiben wollen oder doch weiterziehen - wir haben ja alle Freiheiten und so viele Menschen um uns herum … das ist echt nicht unser Ding. 

Den Abend verbringen wir auch heute wieder mit Blog schreiben und später dann mit (vor-)lesen. Ich lese Hans aktuell das Buch Mr. Aufziehvogel von Haruki Murakami vor. Das mache ich schon seit ein paar Tagen und das Buch ist wirklich unglaublich. Heute ist uns dann beim Auffahren auf den Stellplatz auch endlich ein Aufziehvogel begegnet. So ist es zwar vom Autor nicht gemeint, aber jetzt haben wir ein Bild dazu. 




 

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