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10 April 2025

Waldbrand im Nationalpark Stilfzer Joch




Heute
 ist Vier-Länder-Tag. Wir sind entspannt on Tour, denn es geht durch unsere Lieblingslandschaft. Die Berge machen uns immer wieder richtig glücklich.


Erst einmal verlassen wir Deutschland in Richtung Österreich. Da aber ein Stück Landstraße zum Reschenpass gesperrt ist, müssen wir einen winzigen Abstecher durch die Schweiz machen. Oh ... da wird mir aber kurz ganz, ganz warm und ich schalte schnell das Datenroaming der Handys aus. Uff … das war knapp. Schade, dass die Schweiz nicht wie England oder Norwegen auch bei den mobilen Daten ein ,EU’-Auge zudrückt. Das hätte uns heute sicherlich dazu bewogen, hier ein paar Tage zu bleiben.

Durch unsere Auflastung setzen wir uns auch einen großen Teil der Fahrt  noch mit den neuen Maut-Regeln für Karlo auseinander:


Eine Mautbox für Österreich ✅ (wie schwer es werden wird, den aktuellen Ladestand zu eruieren, werden wir erst am Abend feststellen).


Eine App für die Schweiz oder war das doch nur eine Internetseite…


Die super freundlichen schweizer Grenzbeamten bei der Pass-Umleitung helfen uns aber sehr gut weiter und erklären uns die Gegebenheiten in der Schweiz noch mal ganz genau. Für den Kurzbesuch bei den Eidgenossen zahlen wir dann pauschal fünf Euro, weil der Karlo eben über 3,5 t wiegt. Wären wir geblieben, wäre dieser Obolus in der normalen Maut aufgegangen. Wir sind aber noch unentschlossen.


Während wir dann also Österreich wieder hinter uns lassen und weiter durch Italien auf der SS 38 fahren, kommen wir am Reschensee vorbei, den wir bestimmt schon 10 Mal in unseren Leben besucht haben - wenn nicht öfter. Heute jedoch ist der Wasserstand so niedrig, dass der Kirchturm im See seinen eigenen kleinen Tümpel hat. Dieser ist vom Hauptsee tatsächlich abgegrenzt. Da wir aber schon gefühlt 1000 Fotos vom Kirchturm im Reschensee haben, halten wir diesmal nicht an. Unsere Aufmerksamkeit wird nämlich auf ein andres Phänomen gelenkt. 


Im Verlauf der SS 38 fällt uns eine immense Rauchwolke auf, die in den Bergen hängt. 








Es handelt sich um einen Waldbrand mitten im Nationalpark Stifterjoch. Das erfahren wir nach der Ankunft am Stellplatz in Glurns. 




Selbst der Kellner im Café ist stark berührt und zeigt uns die genaue Stelle auf der Google-Maps-App. Er sagt, dass es so schlimm hier noch nicht gebrannt hat. Er wirkt wirklich besorgt und bedrückt. Die riesige Rauchwolke wird mit dem Wind weit in die Berge hinein getragen. Das sieht total bedrohlich aus. 


Von unserem Stellplatz aus konnte ich Fotos machen. Man sieht, wie die Flammen meterhoch nach oben schlagen. So hätte ich mir einen Waldbrand irgendwie nie vorgestellt. Schon gar nicht zwischen den Schneefeldern. 




Während wir durch Glurns schlendern wird die freiwillige Feuerwehr aus den umliegenden Dörfern zusammen getrommelt. Wir denken, dass das mit Sicherheit eine lange Schicht wird für die freiwilligen Helferinnen und Helfer.



Wir drücken die Daumen, dass der Waldbrand schnell unter Kontrolle gebracht wird und niemand zu Schaden kommt. 


Aber: Noch während wir im Café sitzen, lichtet sich der dichte Qualm ein wenig und färbt sich heller. Anscheinend haben die Helfer alles im Griff und der Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr zeigt Wirkung.









      


Wir schlendern noch eine kurze Runde durch den Ort:





Am Stellplatz angekommen schließt Hans Freundschaft mit einem einheimischen kleinen Fußballspieler. Toni erklärt uns, dass es vor wenigen Tagen in der Nähe ebenfalls schon einmal für ganze drei Tage gebrannt hat und dass die hiesige Bevölkerung davon ausgeht, dass dieser heutige Brand noch 5 Tage braucht, bis er komplett gelöscht ist. Mittlerweile sind sogar 5 Hubschrauber im Einsatz. Wir sind total geflasht und überwältigt - so was haben wir noch nicht erlebt. 










Während des Sonnenuntergangs lichtet sich er dichte Qualm am Hang dann endlich ein wenig und vielleicht ist es jetzt überstanden. Das war ein spannender Tag - und es ist erst Anfang April. Man mag sich nicht vorstellen, welche Auswirkungen eine weg geworfenen Kippe oder ein schlecht gelöschtes Grillfeuer erst im August oder September haben würden … 



3 Kommentare:

  1. Ellen: krasse Fotos!!! Ganz viel Spaß, trotz Maut Regelungen … ;-)

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  2. Moin ihr Lieben. Bei der Gelegenheit fällt mir ein, habt ihr einen Feuerlöscher an Bord, falls mal bei euch was zündelt. Oder ist das bei Campern sogar Pflicht? Keine Ahnung. Auf jedenfall sah das sehr beeindruckend aus. Annika und ich sind mal in Australien neben einem Busch Feuer her gefahren. Da bekommt man auch mal einen erschreckenden Eindruck wie schnell das sein kann. Also , fott blieve und von der Ferne betrachten. Passt weiter schön auf euch auf und noch viel viel Spaß. Euer Alex.

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