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| Montenegro - der Name ist Programm |
Wir genießen unsere Zeit am Krupac-See und besuchen die Emperor‘s Bridge in Nikšić und auch die Stadt.
Die Übersetzung:
Danach genießen wir ein leichtes Mittagessen in der Stadt Nikšić, bevor wir es uns dann am Campingplatz gemütlich machen. So war jedenfalls der Plan.
Gemütlich heißt in unserem Fall allerdings: im Schlafzimmer sind es 51° das ist natürlich keine Temperatur, in der man den Camper ohne Hitzschlag betreten kann. (Das Thermometer aus dem Kühlschrank lag im Schlafbereich - dies nur zur Erläuterung. Nicht, dass Ihr denkt, der Kühlschrank hätte 51 Grad gehabt).
Der Campingplatz bekommt vierbeinigen Besuch - nicht nur die bereits erwähnten Hunde gib es hier, auch eine Kuh kommt dann und wann vorbei. Das findet die Hunde-Meute aber super spannend und macht sich im Rudel auf, das schwarzgefleckte Milchvieh zu vertreiben.
Am Campingplatz streunen jede Menge wilde Hunde herum. Die sind eigentlich total lieb und friedlich. Hin und wieder werden sie von den Gästen (besonders von mir) ein wenig gefüttert. Insgesamt ist die Situation aber (noch) super stressfrei.
kommt eine kleine Schafherde auf den Platz, das bringt die Hunde in komplette Raserei. Sie separieren eins der Schafe von den anderen und treiben es in den See. Dagmar läuft schnell zum Campingplatz-Betreiber, weil wir denken, das arme Tier könnte, von der dichten Wolle nach unten gezogen, eventuell ertrinken. Der Schäfer bekommt das mit, meint aber, das Schaf kommt alleine wieder aus dem Wasser und braucht keine Hilfe. Hans und ein anderer Camper sehen das aber (zu Recht) ganz anders und sprinten los ins Wasser - Hans schnappt sich das alte Tretboot und der Nachbar schmeißt sich auf sein SUP. So machen sich auf den Weg das Schaf zu retten.
Ich habe nur fassungslos daneben gestanden und Dagmar den Schäfer auf die Aktion hingewiesen, deshalb gibt es erst Bilder, als das Spektakel eigentlich schon vorbei ist. Schäfer und Platz-Betreiber schwören die ganze Zeit Stein und Bein, das die Hunde so etwas noch nie gemacht haben - die sind lieb - die tun nichts - die wollen nur spielen … armes Schäfchen.
Hier kann man erkennen, wie der Schäfer das Schaf später dann aus dem Wasser rettet. Hans und der Campingplatz-Nachbar auf seinem Stand Up Paddel kommen dann total erledigt wieder in unsere Richtung zurück gepaddelt. Aber so was schweißt ja zusammen. Das werden die beiden wohl nicht mehr vergessen. Und der gute Nachbar meint dann ganz lapidar: willkommen auf dem Balkan. So was erlebst du nur hier …
Und als wenn das alles noch nicht genug Aufregung wäre, kommt ab halb elf dann in 5-minütigen Abständen ein Lösch-Hubschrauber zum See und holt Wasser für einen Waldbrand ganz in der Nähe … Er fliegt so tief, dass wir das Spray, das vom Wasserbehälter tropft tatsächlich abbekommen. Er kommt bestimmt 10 mal vorbei. Sehen oder riechen können wir zwar nichts, aber ein wenig mulmig wird uns dabei dann schon.
Und während wir den Abend mit diesen leckeren Brötchen ausklingen lassen (wollen), passiert noch das absolute Drama.
Die beiden Retter erreichen das Schaf und auch der Schäfer hat dann ein Einsehen, weil er bemerkt, dass die Hunde-Meute das arme Schaf nicht ans Ufer lassen will. Kurzerhand springt er also auch in den See, schwimmt zu dem armen, verängstigten Tier und lässt sich - dessen habhaft geworden - von Hans mit dem Tretboot die letzten Meter zurück strampeln. So eine Aufregung.
Hier ist die Aktion dann schon vorbei - der Schäfer (in der schwarzen Badehose) hat das Schaaf am Nacken gepackt und schleift es aus dem Wasser.
Und am Samstagmorgen dann bin ich richtig sauer auf die Streuner-Hunde-Bande. Sie haben unsere Spanngurte für die Markise und die Schnürsenkel meiner neuen Wasserschuhe zerkaut. Die bekommen erst mal keine Leckerlies mehr von mir. Da bin ich beleidigt.
Ich beruhige mich mit Brot backen und Joghurt bereiten. In den aufgeheizten Oberschränken geht das im Karlo ganz vorzüglich. Einfach Milch mit den Resten vom alten Joghurt kurz erhitzen und nach 6 Stunden über Mittag ist der Joghurt fertig. Die kleinen Brote backe ich im Omnia vor und dann im Air-Fryer zu Ende - der Teig geht im aufgewärmten Camper fast so gut wie in einer Backstube - Die Brote werden richtig lecker, innen flauschig und außen knusprig, ohne dass unsere Batterie zu sehr beansprucht wird.
| Selbstgebastelten Brötchen in der Abendsonne - so lässt es sich leben. |
Gleich auf dem Berg gegenüber, der wirklich keine 200 Meter Luftlinie von uns entfernt ist, hat jemand seinen Sperrmüll angezündet. Die Flammen 🔥 sehen wir sofort und der Platz-Betreiber ruft auch unmittelbar die Feuerwehr. Schwer nachvollziehbar, wieso jemand das macht, wo doch die Brände bei dem trockenen Wetter schon von ganz allein in der Natur ausbrechen können.
Der Brand ist recht schnell unter Kontrolle und alle Gäste auf dem Platz beruhigen sich wieder. Allerdings nicht sehr lange.
Denn der Brand wird von irgendeinem (sorry) Vollidioten (sehr wahrscheinlich dem ursprünglichen Brandstifter) wieder neu geschürt und entfacht. Der ganze Platz beobachtet, dass zwei Männer die Glut wieder neu Entfachen und brennende Äste oder Teile herausnehmen und in die umliegenden Kiefern werfen. Alle auf dem Platz sind in heller Aufregung, weil dieser Brand so mutwillig gelegt und so nah am Campingplatz ist. Diesmal kommt mit der Feuerwehr auch die Polizei. Es wird eine Brandwache für die ganze Nacht aufgestellt. Mich beruhigt das sehr. Auch wenn ich in der Nacht dann doch noch mal aufstehe und mit dem Fernglas die Brandstelle überprüfe.
Am nächsten Morgen sehen wir zu, dass wir hier weg kommen. Es muss doch friedlichere Fleckchen in Montenegro gegen.
Unser Weg führt uns noch mal an der Brandstelle vorbei, es schwelt auch jetzt noch. Nicht gut.
Auf der Fahrt nach Pluzine sehen wir noch öfter Rauchfahnen in der Natur …
Die kurze Fahrt nach Pluzine am Piva-Stausee (größtes Wasserkraftwerk Europas) ist beeindruckend …
auch wenn manchmal ein bisschen Asphalt fehlt. Man ist ja dran - teilweise wird auch heute gearbeitet, obwohl Sonntag ist.
Angekommen = Entspannung
Die Orthodoxe Kirche ist ebenfalls noch eine halbe Baustelle:
Der See ist wirklich sehr schön - der Ort sieht eher ein wenig nach Retorte aus.
In der Dämmerung macht die umliegende Landschaft der Namensgebung dieses wunderschönen Landes alle Ehre: Montenegro
Hier bleiben wir jetzt erst mal zwei Nächte und waschen mal wieder ein wenig Wäsche… hoffentlich bleiben die Abenteuer jetzt mal aus. Irgendwie brauche ich jetzt gerade streuenden Hunde, ertrinkenden Schafe und ganz bestimmt kein Feuer mehr.













Dann wünsche ich euch mal ein paar gemütliche und unspektakuläre Tage. Wir haben einen weiteren Kicker Freitag ohne euch erlebt, Tom ist zurück und bald lassen wir auch ein bisschen die Seele baumeln. Ich freu mich. Passt weiter schön auf euch auf und bis irgendwann mal wieder. 😘
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