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14 Juni 2019

Heute drei mal Grottenolm

Das wird ein schöner Tag mit Hindernissen. 

Aber so etwas weiss man beim Frühstück ja normalerweise noch nicht. Das ist auch gut so.

Ein kleiner Ausblick: 




Und dann der Reihe nach: 

Wir beginnen also auch den heutigen Tag rustikal mit dem leckeren Frühstück in der kleinen Pension in Bovec. Gestern haben wir bei Booking.com schon das Apartment am Meer für den nächsten sieben Tage gebucht und auf dem Weg dorthin besuchen wir noch eine der spektakulärsten Tropfsteinhöhlen der Welt und auch die Zweitgrößte. 

Wobei wir uns erst mal Eintrittskarten für die falsche Höhle kaufen ... als wir das realisieren, erbarmt sich Dagmar und  kann mit Höhenangst überzeugen; wir können die falschen Karten noch mal tauschen. 




Also fahren wir noch mal 45 Kilometer in die andere Richtung und dann sind wir wirklich richtig. Hans kennt die Höhle, in die man mit dem Zug fahren muss, noch aus seiner Kindheit - und genau diese wollen wir uns noch mal ansehen. 



Im Vorgriff auf meinen Geburtstag kommenden Freitag bekomme ich schon mal den Grottenolm als flauschigen Schlüsselanhänger geschenkt. Die sind aber auch ganz besondere Tierchen. Angepasst an ein System, das weder Licht noch Beständigkeit kennt, können sie weder sehen noch hören, dafür um so besser fühlen und sowohl mit Lungen als auch mit Kiemen atmen. Toll.  Weiß, blind, taub und ziemlich hässlich, endemisch aber unglaublich niedlich. Finde ich. 



Los gehts ... Hier am Eingang herrscht schon ein Temperaturunterschied von mehr als 15 Grad. Draußen 30 - Drinnen. 12. Jeder hat eine Strickjacke dabei. Mehr haben wir für die ganze Reise gar nicht eingepackt - also muss das reichen. Ein wenig fühle ich mich, als wäre ich wieder sieben. Sowas in der Art habe ich als Kind nämlich auch schon mal gemacht, kann mich jedoch nicht mehr an die Höhle erinnern. Die muss auch in Deutschland gewesen sein; denn als Kind bin ich nicht gereist. 



Und dann geht es auch schon los. Die ersten zehn Minuten mit dem ratternden Bähnchen dringen wir ein in das Höhlensystem von Postojna. Es umfasst ca. 24 Kilometer. Der für die Touris erschlossene Teil ist 5 Kilometer lang, davon werden wir aber 3.5 Kilometer mit dem Zug gefahren. 
Danach gehen wir zu Fuß weiter. Anderthalb Stunden durch die Unterwelt. Wir sind hin und weg. Und ich finde, die Eindrücke sprechen für sich. 








Ein Zentimeter Tropfstein wächst in mehr als 100 Jahren. Die Farben kommen durch Eisenoxyd, Algen oder Kalk zustande. Es ist unglaublich, dass eine Höhle dieses Ausmaßes Millionen Jahre gebraucht hat, um so auszusehen, wie jetzt. Entdeckt wurde das ganze ersten Berichten zufolge zwar schon im Jahre 1213. Aber richtig erschlossen und durch Lichtinststallationen zugänglich ist es erst seit 1818. Das Licht wird auch nach jeder Besucher-Gruppe wieder komplett abgeschaltet. Das ist nötig, damit sich nicht zu viele Algen bilden und die Tropfsteine grün werden. Deshalb darf man auch nicht mit Bliz fotografieren, das würde die Algenbildung nämlich ebenfalls beschleunigen und wäre nicht gut für die Stalagmiten und Stalaktiten. 







Ein wenig erinnert das auch an Korallen finde ich. Und im Grunde sind sie auch genauso sensibel. 







Ich habe bestimmt 150 Fotos gemacht, weil mich das ganze absolut fasziniert .. aber die erspare ich euch natürlich ¯\_(ッ)_/¯ 



Blitzlicht an Kameras ist übrigens auch nur aus diesem Grund verboten. Zu viel Licht = zu viele Algen. Und anfassen soll man die Tropfsteine auf gar keinen Fall. Sollte man sie berühren, wächst an dieser Stelle nichts mehr weiter. 


Dieser Tunnel verbindet das 24 Kilometer lange Höhlensystem miteinander... mit ein wenig mehr Zeit hätte man alles erwandern können. Wir müssen aber jetzt quasi wieder raus. 









Aus Gründen, die sich mir nicht erschliessen, will Dagmar dann noch mit Hans vor dem Audio-Guide-Punkt 13 fotografiert werden. OK. Ich mache, was mir aufgetragen wird. 




Hier noch der Übeltäter des Ganzen. Die Pivka - der Hauptabfluss des Pivka-Beckens und ihre unterirdischen Zuflüsse haben das Höhlensystem geschaffen. Über Jahrmillionen wohlgemerkt. 


Und wenn man dann sieht, dass für die betonierten Wege und den Tourismus auch schon mal der eine oder andere Tropfstein „dran glauben“ musste ... nun ja ... das relativiert das ganze dann wieder. Wir können gar nicht ermessen, welche Zeitspanne nötig war, um dieses System mit all seinen Facetten zu schaffen. 

Irgendwann ist auch gut mit der ganzen Philosophie.... jetzt geht es ab ans Meer ins Apartment ... hier wollen wir noch eine gute Woche die Seele baumeln lassen... 




Ganz hinten ist das Meer tatsächlich auch zu sehen ... 



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