Heute lassen wir Bilder sprechen.
Gut gelaunt beginnt unser Ausflug zur Tempelanlage Angkor Wat gegen 10.00 Uhr.
Wir haben uns vier Tempel vorgenommen. Hans hat das alles sauber recherchiert und für Sudruk, unseren Fahrer, ordentlich aufgeschrieben.
Erbaut wurden die Paläste und Tempelanlagen rund um Siam Reap vom 9. bis zum 12. Jahrhundert von mehreren Generationen von Königen der Khmer. Wir waren 2008 Jahren schon einmal hier und es hat sich einiges verändert.
Ruhe und Andacht sucht man hier heutzutage leider vergeblich, denn Busladungen von chinesischen (und natürlich auch anderen) Touristen machen jeden Moment der Besinnlichkeit zunichte. Nun ja, wir sind auch hier und nur weil wir mit dem Tuk-Tuk gekommen sind, sind wir ja nicht besser.
Wir sind nach wie vor fasziniert von der Weitläufigkeit der Anlagen und machen gemeinsam bestimmt 250 Bilder.
Auch wenn wir uns keinen Audio- oder Real-Life-Guide buchen, beeindrucken uns die Reliefe, Bauwerke und Statuen immer wieder neu. Im Internet kann man zu den Anlagen insgesamt, aber auch zu vielen der Szenerien und Figuren ganze Referate an Informationen nachlesen. Das habe ich gestern Abend auch noch gemacht, dies hier alles aufzuschreiben wäre in meinen Augen jedoch zu viel des Guten.
Es geht immer um Kriege und Schlachten, denn das 11. Jahrhundert war eine Zeit brutaler Unruhen und steter Kämpfe um Macht und religiöse Unterschiede. Deshalb gibt es z. B. im Temple Preah Khan unglaublich viele Skulpturen mit abgeschlagenen Köpfen. Ein Teil der Zerstörung ist natürlich auch Plünderern geschuldet.
Warum die riesigen Anlagen letztendlich verlassen und dem Dschungel überlassen wurden, ist bis heute nicht bewiesen. Es gibt verschiedenen Theorien zu verlorenen Schlachten, religiösen Veränderungen oder einfach nur einer gravierenden Klimaveränderung mit Jahrzehntelangen Dürreperioden im 1400 und 1500 Jahrhundert. Ob da CO2 im Spiel war ... ¯\_(ッ)_/¯?
Hans hat es kaputt gemacht ... also schnell weiter ...
Das stimmt so natürlich nicht. Im Internet habe ich recherchiert, dass dokumentiert 1586 der erste Besucher aus Europa Angkor besuchte. Danach ist wenig dokumentiert und es scheint ein 250 Jahre langer Dornröschenschlaf dem Dschungel die Oberhand gegeben zu haben.
Ab 1860 entdecken die ersten Franzosen die Anlagen erneut und ab 1908 beginnt man dann mit der Befreiung der Anlagen von der Vegetation und der Tourismus bricht sich immer weiter Bahn.


Eines der klassischen Fotomotive hier. Man muss tatsächlich anstehen, um die Wurzel ohne Menschen fotografieren zu können. Es ist wirklich unglaublich überlaufen.
Fernauslöser 😊 - kein Selfie-Stick 😇
Hans bei der Arbeit
Und so sieht das Ergebnis aus.
Am Ende dieses langen Ausflugs sind wir rechtschaffen k.o. Wir sind zwar nur durch die Anlagen geschlendert und haben uns gemütlich nur 4 statt 6 Tempel angesehen. Das hat uns aber auf jeden Fall auch gereicht.
Im Sonnenuntergang fahren wir wieder zurück zum Hotel und lassen den Tag bei einem leckeren Abendessen und einer umfassenden Nachlese im Internet ausklingen.

Es war teilweise erschreckend zu sehen, wie sich die Menschen an einem so erhabenen Ort gebärden. Die Influencer-Fraktion in voller Montur mit Extensions, künstlichen Fingernägeln und Wimpern und in wenig, schreiend bunt oder kaum etwas gehüllt - immer auf der Suche nach dem besten Selfie-Spot - entwertet wohl langsam aber sicher jeden heiligen Ort auf dem Planeten.
Da wir selbst auch hier waren, dürfen wir das natürlich nicht kritisieren. Der Wald von Selfie-Sticks macht dem Dschungel hier jedoch ersthaft Konkurrenz. Mir kommt wieder der Gedanke zur "Abschiedstournee", während wir mit den Massen schwimmen.
Abends habe ich jedoch im Netz entdeckt, dass es erst vor kurzem noch einmal spektakuläre Entdeckungen per Hubschrauber und Laser gegeben hat. Im Dschungel von Siam Reap versteckt sich noch viel mehr aus einer längst vergangenen Zeit. Man nimmt an, dass es sich bei den Funden rund um Angkor Wat um die größte vorindustrielle Besiedlung der Welt handelt. Das Areal soll sich auf über 1.000 Quadratkilometern erstrecken und damals wohl um die 1,5 Millionen Menschen beherbergt haben. So viele Menschen leben heute in der Hauptstadt Phnom Penh...
Also, vielleicht müssen wir in 10 Jahren doch noch mal wieder kommen und schauen, was man sonst noch alles dem Dschungel wieder entrissen hat.
















































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