


Von Taipeh mit dem Zug hierher nach Hualien zu fahren war eine sehr gute Idee. Das läuft ganz entspannt und überpünktlich. Wir sind sogar noch 2 Minuten zu früh am Ziel. Zugegeben, die Anzeigetafel sieht kompliziert aus, es war jedoch alles ganz einfach, weil es überall freundliche und hilfsbereite Menschen gibt, die mit drei Brocken Englisch und einem Blick auf den Google-Übersetzer immer sofort weiterhelfen können. Läuft also bis hierhin...

Hier in Hualien haben wir es dann wohl ein wenig schlechter angetroffen, als erwartet. Der Ort liegt zwar direkt am Meer, hat sich dennoch komplett von selbigem abgewandt. Was schade ist.
Sand-Strände gibt es auch nicht - nur riesige Kieselsteine. Um die Wasserkante erreichen zu können, muss man schon eine Gämse sein.
Das ist alles aber überhaupt nicht schlimm. Wir haben uns ein wunderschönes grosses Zimmer gemietet und im Hotel einmal die ganze Wäsche durchgewaschen (was dringend nötig und eine echte Herausforderung war, nicht nur für mich).
Was steht denn da in der Lobby ...? Hans fühlt sich gleich heimisch.
Und ich mache mich an die Pflicht...
Im Laudry-Raum stehen zwei Maschinen mit einem Fassungsvermögen von 10 bzw. 13 Kilo Wäsche ... da schlägt sogar mein "Hausfrauenherz" höher. Leider kann ich nicht verstehen, wie ich hier Temperatur oder Waschprogramm auswählen soll. Auf der Anleitung steht nur in Englisch: erst den roten Knopf und dann den blauen Knopf und dann soll es passen.
Der linke Riesen-Toplader läuft auch perfekt, nur rechts tut sich nichts. Die rechte Waschmaschine dreht und schleudert wild vor sich hin, zieht nur kein Wasser. Trockenwäsche kannte
ich jetzt von Waschmaschinen noch nicht.
Nach fünf Minuten ist mir das zu dumm (schließlich läuft die Uhr ähnlich dem Münzeinwurf den es früher bei Sonnenbanken gab) und ich bitte an der Rezeption um Hilfe. Sie rücken gleich zu zweit an und kommen dem Problem auch nicht auf die Schliche.
Nach weiteren fünf Minuten Trockenübung hat die Maschine dann endlich ein gnädiges Einsehen und nimmt Wasser zum waschen dazu. Die beiden Anzugträger zwackeln dann unverrichteter Dinge wieder ab und wir sind alle nicht schlauer als vorher. Das Ergebnis zählt. Nach gut 2,5 Stunden ist die ganze Wäsche wieder sauber und trocken im Zimmer und ich hatte Zeit für ein paar Kapitel im Hörbuch. Win-Win ¯\_(ッ)_/¯
In der Stadt finden überall Vorbereitungen für den Silvester-Abend statt und wir sind hin und her gerissen zwischen der Freundlichkeit der Menschen, die uns auf der Straße einfach ansprechen und uns ein Gutes Neues Jahr zuwerfen oder uns sogar gleich in ein Gespräch verwickeln und uns ganz viel Gluck wünschen. Es ist wirklich herzlich hier. Und auf der anderen Seite ist es wirklich bedrückend heruntergekommen. Jeder hat ein Handy, meist sogar ein recht neues Modell der Premium-Hersteller. Die Fassaden der Häuser und auch die Straßen selbst könnten jedoch sämtliche ein wenig Zuwendung und Farbe vertragen.
Hier ist richtig Party auf dem Nachtmarkt. Es wurde eine riesige Bühne aufgebaut und nationale Helden der Internet-Szene geben hier vor den verzückten jungen Mädchen ihre Kunst zum Besten.
Wir lassen das ganze Flair auf uns wirken und Hans fühlt sich an Max und Moritz erinnert, als er z. B. dieses sehr stille Stillleben einfängt:
Schauerlich ... vielleicht sollten wir unseren Fleischkonsum im nächsten Jahr auch mal überdenken.
Bei den vielfältigen Eindrücken verfliegt die Zeit wie nichts. Wir essen noch eine Kleinigkeit und dann gibt es ein wunderschönes Feuerwerk. Das geniessen wir in unserem Zimmer. Von dort haben wir einen perfekten Überblick über die Stadt und der Kühlschrank ist auch gut gefüllt.


Den Vormittag des Neujahrstages verbringen wir mit einer netten Radtour. Die Promenade ist sehr schön angelegt und es geht fast 8 Kilometer in jede Richtung.
Das Wetter hat auch ein Einsehen mit uns und es regnet erst, als wir wieder im Hotel sind.

Gut, die Räder sind ziemlich klein, gerade für Hans und sozusagen auch Single-Speed ... es geht jedoch trotzdem irgendwie ... wenn auch langsam.
Eine leckere Erfrischung gibt es auch - so kann man das neue Jahr beginnen.
Für morgen haben wir jetzt eine Tour zur Taroko-Schlucht gebucht, die dauert den ganzen Tag. Daher heisst es gleich wieder schön die Koffer packen, damit am Freitag kein Stress aufkommt, wenn wir früh um 6:00 Uhr das Hotel wieder verlassen und uns mit Zug zum Flug auf den Weg nach Vietnam machen.
Dann beginnt eine - so hoffen wir - super entspannte zweite Hälfte dieser Reise. Denn Gestern war Halbzeit ...


















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