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29 Dezember 2019

101

Der Tag heute steht ganz im Zeichen des 101.

Es geht mit einem feinen Frühstück los. Diesmal ist der Kaffee sogar mit Liebe zubereitet.



Und unser Weg führt uns vorbei an vielfältigen Eindrücken. Auf dem Farmers-Market werden wir sogar angesprochen, nur für den Fall, dass wir Hilfe benötigen.



Der 101 - auch One-O-One genannt, weil er 101 Stockwerke hat ( 🤓🤓 ) - ist das höchste Gebäude Taiwans und das zehnthöchste der Welt. Die verbauten Aufzüge schaffen bis zu 16,7 Meter pro Sekunde (🚀) und in der Aufzugkabine findet sogar ein Druckausgleich statt, damit sich die Fahrgäste wohl fühlen. Ich war so begeistert von der Technik, dass ich das alles im Nachhinein nachgelesen habe. Denn es ging so unglaublich schnell und war wirklich beeindruckend. Von der fünften bis in die 89. Etage braucht man knappe 36 Sekunden. Hammer.

Man merkt allerdings sehr gut, dass derzeit hier Ferien sind. Es ist so voll, dass wir fast den halben Tag brauchen. Alles ist über Zeit-Slots geregelt. Unsere Karten kaufen wir um halb eins, bis wir dann endlich im Aufzug nach oben sind, ist es schon 13:40 Uhr. Der große Andrang könnte vielleicht auch am schlechten Wetter liegen. Es regnet den ganzen Tag Bindfäden, Katzen und Hunde zusammen und da ist eine Indoor-Aktivität natürlich immer eine schöne Alternative. Wir sind eben leider nicht alleine auf diese Idee gekommen.

Erst mal die Außenansicht:



Das Gebäude wurde - ganz nebenbei - durchgängig nach Feng Shui Gesichtspunkten errichtet und gebaut, damit sich die dort arbeitenden Massen auch wohl fühlen. Überall wiederholt sich die Glückszahl 8, damit auch überhaupt nichts schief gehen kann. Eine Deutsche Vertretung befindet sich im übrigen im 33. Stock, falls wir hier unsere Pässe verlieren sollten, wissen wir jetzt, wo wir hin müssen ¯\_(ッ)_/¯



Im Wartebereich ein wenig Info zu den anderen Sky-Scrapern der Welt:



Irgendwann hat das lange Warten dann ein Ende und unser Slot wird aufgerufen. Die Fahrt mit dem Aufzug nach oben ist quasi ein Wimpernschlag ohne Druck auf den Ohren und ich nehme mir vor, nachzuschauen, wie das sein kann.

Oben im 89.  Stockwerk macht sich dann leider das ganze Ausmaß des mäßigen Wetters bemerkbar. Fernsicht ist quasi keine vorhanden. Das ist mir jedoch ziemlich egal. So weit oben in einem Gebäude war ich wirklich erst selten. Zuletzt wohl in Toronto auf dem CN-Tower. Das ist jetzt auch schon 15 Jahre her, denn das war damals unsere Hochzeitsreise. ❤️






Leider ist das Wetter richtig schlecht und die Aussicht
bescheiden. Beeindruckend ist die Höhe aber auch so:
        

 

By the way. Der Apple-Store sieht von oben aus, wie sich das für ein Apple-Produkt gehört 😉.



Und dann kommt das Highlight dieses Bauwerks - Zitat Tante Wiki:
Im 88. bis 92. Stockwerk ist eine Stahlkugel mit einem Durchmesser von 5 m als Schwingungstilger an Stahlseilen aufgehängt. Sie besitzt ölhydraulische Dämpfungselemente und wiegt 660 t. Z ...
Mich beeindrucken vor allem die 132 Elefanten - es ist schon erstaunlich, was alles möglich ist. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass das Gebäude oben nicht so sehr schwingt und reduziert die Bewegungen in den oberen Stockwerken um 40 %. Es läuft ein Video, das aufgenommen wurde, als ein Tornado über Taiwan fegte ... ich glaube, da wollte niemand hier oben sein ... Seekrankheit wäre da garantiert.



Da es in Taiwan aufgrund der geografischen Lage zwischen der Eurasischen und der Philippinischen Kontinentalplatte bis zu 4.000 (!) Erdbeben jährlich gibt, ist so ein Schwingungsdämpfer hier oben sicher eine sehr gute Sache.





Irgendwo habe ich auch gelesen, dass sie vergoldet sein soll... Goldfarben ist sie auf jeden Fall und sie kann tatsächlich einen Taifun abfangen. Das ist schon wirklich eine unglaubliche Leistung an Ingenieurskunst.



Dann gibt es natürlich noch einen Selfie-Spott und was zum Shoppen, für die Fans von Naturstein und Koralle:






























 


Das ist selbstverständlich nicht unser Ding, also wird es wohl Zeit für die Abfahrt - doch auch hier heisst es erst mal Schlange stehen. Bis wir im Aufzug sind, dauert es schlappe 30 Minuten. Ist die Aufzug-Kabine dann erst mal erreicht, geht es dafür sehr rasant abwärts.



Und in den unteren Stockwerken findet dann noch ein verspätetes Weihnachts-Konzert statt. Die Kinder sind teilweise wirklich noch sehr klein und spielen vollendete Klassik ...

  

Das war ein wundervoller Tag - und ich bin schlichtweg begeistert von dem, was Ingenieure zustande bringen. Draussen regnet es im übrigen immer noch. Wir haben jedoch vorgesorgt:



Nun wird es Zeit für neue Ziele:

Für morgen um 10.00 Uhr haben wir einen Zug nach Hualien gebucht. Endlich wieder in eine kleinere Stadt und am Meer gelegen. Dort haben wir uns dann ein (hoffentlich) wunderschönes Hotel ausgesucht, das ein wenig mehr Platz und Komfort bietet, als die Streichholzschachtel, in der wir hier untergekommen sind. Dieses Zimmer im Queens II Hotel ist so klein, da passen wir mit unseren beiden Reisetaschen wirklich nur ganz knapp hinein und irgendwie steht man sich immer im Weg.

Das wird morgen besser. Laut Booking.com hat das neue Zimmer 38 Quadratmeter. Wir bleiben gespannt.

Und falls Ihr schon an Ermüdungserscheinungen beim Blog-Lesen leidet: Bis hier hin war das erst die Hälfte unserer Reise. Der erste Monat ist morgen vorbei. Und wir sind absolut froh und glücklich, dass es noch einen ganzen Monat weiter geht. Heimweh? Fehlanzeige ¯\_(ッ)_/¯ !!!

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