Das wird ein voller Tag mit vielen Attraktionen.
Erst mal fange ich die Aussicht vom Hotel Fenster ein. Die Brücke war in den letzten Tagen immer im Nebel verschwunden. Aber heute:
Auf dem Weg zum den heutigen Attraktionen geht es mit Kultur los. Es gab eine Schautafel dazu, wie diese Steine auf den Baum gekommen sind, aber die habe ich vergessen zu fotografieren. Ist ja egal. Sieht jedenfalls spannend aus.
Nach einem (ziemlich zügigen) Spaziergang durch den Regen über die Pier 39 (dort war früher wohl mal der Fahrkartenschalter für die Fähre) und von dort weiter zur Pier 33 (dort ist er heute - grummelnde Stimmung inklusive), steht heute Alcatraz auf dem Programm. Ich war hier die treibende Kraft (mit einer Menge Gemecker und Gegenwind, weil ...), Hans (3x ) und Dagmar 1x) kennen die Gefängnis-Insel schon. Ich wollte sie unbedingt auch endlich mal sehen.
Also nehmen wir die Fähre um 11:30 Uhr und machen uns dann - ausgestattet mit der Audio-Tour - auf den Weg durch diesen geschichtsträchtigen und beklemmenden Ort. (Klar - wir grinsen, wir dürfen ja später wieder weg.)
Zellen, soweit das Auge reicht und das auf drei Etagen. Die meistenVerbrecher, die hier gelandet waren, sind nicht mehr weg genommen. Das hier war für viele die Endstation... da sich die Reihen mit den Zellen direkt gegenüber liegen, war wohl von Privatsphäre keine Spur. Das hat mich am meisten beeindruckt. Es ist eine schreckliche Vorstellung, dass Du tagaus, tagein bei ALLEM BEOBACHTET wirst. Von mindestens drei anderen Häftlingen.
Einer der prominentesten Insassen: Al Capone, der hier gestorben ist - allerdings an der Syphilis.
Die zentrale Schaltstelle. Mehrfach gab es Ausbruchsversuche von der Insel. Dann wurde von hier aus gesteuert, welcher Wärter wie bewaffnet wurde und wo wer eingesetzt werden sollte.
In den Silvester-Nächten wurden von San Francisco aus Segel-Regatten veranstaltet, die von der Stadt zur Insel und wieder zurück führten. Die Zellen-Insassen konnten dann die Menschen auf den Booten lachen hören und wussten genau, sie werden ein solch leichtes und schönes Leben nicht mehr haben ... schon ein wenig beklemmend diese Diskrepanz.
Daher ist es wohl auch verständlich, dass es immer wieder zu Ausbruchsversuchen kam. Der letzte grosse Coup war wohl auch der erfolgreichste. Die geflüchteten Insassen hatten über einen langen Zeitraum mit Löffeln (vermisst wurden 13 Stück) die Belüftungsschächte ihrer jeweiligen Zelle so weit ausgeschabt und erweitert, dass sie selbst so durch den Versorgungsschacht aufs Dach entkommen konnten.


Mit Körper-Attrappen konnten die Wärter bis zum nächsten Morgen getäuscht werden, was für einen Vorsprung gesorgt haben dürfte. Ob die Geflüchteten den Fluchtversuch überlebt haben, ist nicht bekannt. Denn von der Insel zu fliehen, hieß ja dann, mindestens 2 Kilometer durch starke Strömung und ziemlich kaltes Wasser zur Stadt zu schwimmen.
Das Gefängnis wurde 1963 geschlossen, da man sich zu diesem Zeitpunkt darauf besann, Gefangene nicht mehr einfach nur wegzusperren, sondern zu resozialisieren. Dazu war Alcatraz als Hochsicherheitsgefängnis nicht gemacht und es war auch zu treuer.
Zwischen 1964 und 1971 lebte nur ein einziger Mann auf der Insel. In dieser Zeit gab es auch eine kurze Besetzung durch Indianer, die sich hier auf dem Wassertank verewigt haben. Dies wurde von der Regierung bald unterbunden. Seither dient die Insel nur als museale Touristenattraktion.
Das war eine sehr aufschlussreiche Erfahrung.
Mit der Fähre geht es dann gegen Mittag wieder zurück zur Stadt. Dagmar entdeckt sie zuerst: Delphine vor Alcatraz... man muss nur genau hinsehen.
Am Nachmittag machen wir noch eine Tour mit der Cable-Car. Auch das gehört zu San Francisco einfach dazu.

Und um das ganze noch abzurunden - morgen geht es ja weiter nach Hawaii - machen wir noch einen Abstecher in eine Shopping-Mall. Weihnachten können die Amerikaner ... da gibt es nichts zu meckern an der Deko ...



Hallo ihr lieben. So schöne Bilder und echt schön geschrieben. Ich beneide euch. Ich warte jetzt schon gespannt auf euer nächstes Abenteuer. LG Ria
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